Grundlagen der Fotografie - Teil 2

Blende, Brennweite, Weitwinkel, Tele, ISO, Belichtungszeit usw. Was bedeuten diese Begriffe und wie wirken diese Parameter auf das Bild aus? Für Neulinge in der Fotografie sind diese Begriffe zwar anfangs verwirrend und sie brauchen Zeit, bis sie sich verinnerlicht haben. Mit einfachen Beispiele möchte ich versuchen zu erklären, welche Auswirkungen diese Parameter haben.

Brennweite

Diesen Parameter wird der Fotograf immer auseinandersetzen. Diese legt fest, ob das Motiv nach rangeholt wird oder mit mehr Weitwinkel alles auf das Bild kommt. Die Einheit der Brennweite wird immer in Millimeter (mm) angegeben.







Bildreihe oben: Auswirkungen der verschiedenen Brennweiten
von oben nach unten: 11 mm, 22 mm, 35 mm, 52 mm, 76 mm, 100 mm (FT-System mit Olympus E-3).

Außerdem soll man beachten, dass ein mehr an Brennweite auch leicht zum verwackelten Bild kommt (Verwacklungsunschärfe).

Blende

Die Blende regelt die Lichteinfallmenge, die durch das Objektiv fällt. Die Anfangsblende, das ist der Wert mit der kleinsten Zahl, gibt auch die Lichtstärke des Objektivs an. Der Wert wird immer mit f angeführt. Zum Beispiel f3,2.

Folgende Regel einer Blende sieht so aus:

  • Kleine Blendenzahl z.B. f2,0 -> großes Loch -> viel Lichteinfall -> kurze Belichtungszeit
     
  • Große Blendenzahl z.B. f11,0 -> kleines Loch -> wenig Lichteinfach -> lange Belichtungszeit
     

Bild oben:
links: große Blendenzahl -> kleines Loch, wenig Lichteinfall
rechts: kleine Blendenzahl -> großes Loch, viel Lichteinfall

Wie aber wirkt sich die Blendenzahlen auf das Bild aus? Man könnte meinen das macht die Belichtungszeit, wie viel Licht innerhalb der Zeit einfällt. Aber was macht die Blende überhaupt?

Mit der Blende regelt man den Schärfebereich vorne bis hinten. Damit kann man ein Motiv freistellen, also unscharfer Hintergrund oder den Hintergrund mit zum Motiv einbeziehen.



Bild ganz oben: kleine Blendenzahl (f2,0) -> großes Loch -> mehr Freistellung -> unschärferer Hintergrund
Bild darunter: große Blendenzahl (f13,0) -> kleines Loch -> weniger Freistellung -> schärferer Hintergrund

Man muss aber aufpassen, dass bei noch höherer Blendenzahl, also noch kleineres Loch, eine längere Belichtungszeit erfordert, damit das Motiv auch korrekt belichtet wird (Stativ erforderlich). Ebenso muss man aufpassen, dass bei zu hoher Blendenzahl die Beugungsunschärfe eintritt.

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit regelt wie viel Lichtmenge auf dem Aufnahmechip fällt. Dabei kann man festlegen, ob das Motiv verwischt oder eingefroren wird. Eine kurze Belichtungszeit friert Bewegungen ein, eine lange Belichtungzeit verwischt die Bewegungen.



Bild ganz oben: deutlich erkennt man die Bewegungsunschärfe des vorbeifahrenen Zugs, diese wurde mit einer Zeit von 1/200 Sekunden gemacht.
Bild darunter: Hier werden die Bewegungen des Tennisspielers und Balls eingefroren, Zeit: 1/6400 Sekunden.

Das Spiel mit der Belichtungszeit ist auch ein Gestaltungsmittel (Als gutes Beispiel, die Belichtungszeit als Gestaltungsmittel zu verwenden hier das Bild TIMELAPSE). Nicht immer sind eingefrorene Bewegungen erwünscht. Ein vorbeifahrendes Auto verwischt stellt im Bild Bewegung dar. Sonst hat man den Eindruck, als stehe der Wagen still. Manchmal sind extrem kurze Belichtungszeiten erwünscht, um zum Beispiel eine Deformation eines Balls auf dem Schläger sichtbar zu machen.


Bild ganz oben: Ein Bespiel für die kurze Belichtungszeit, um die Verformung des Balles am Schläger einzufangen. Zeit: 1/3200 Sekunden.

ISO

Der ISO-Wert legt die Empfindlichkeit des Aufnahme-Chips fest. Je höher, umso mehr Empfindlichkeit. Allerdings steigt auch das störende Bildrauschen an. Früher war es beim Film so, dass hochenpfindliche Filme grobkörniger sind. Bei dem elektronischen Aufnahme-Chip werden die Signale elektronisch verstärkt. Leider wird auch das Grundrauschen mit verstärkt. Die interne Kamera-Software versucht durch das Entrauschungs-Algorithmus das störende Rauschen weg zu rechnen. Leider gehen auch die Details verloren und das Bild wirkt matschig.

Daher sollte man immer mit der Grundempfindlichkeit fotografieren, soweit das Lichtverhältnis zulässt. Die Grundempfindlichkeit ist je nach Marke und Model zwischen ISO 100 und ISO 200. Nun die Frage, wann soll man höhere ISO nehmen. Hier die Faust-Regel:

  • Wenn man in schlechten Lichtbedingungen kurze Belichtungszeiten braucht.
    Zum Beispiel im Hallensport.
     
  • Wenn man bei Freihandaufnahme mit langen Brennweiten fotografiert und die Belichtungszeit trotzt offener Blende noch zu lang ist, um das Motiv scharf aufzunehmen
     
  • Wenn im Dämmerlicht viel Bewegungen sind und keinen Blitz verwenden möchte (um die Lichtstimmung nicht kaputt zu machen)
     

Bild oben: Die Auswirkungen der ISO-Werte in Bezug auf Rauschanteile.

Daher die Grundregel: ISO so niedrig wie möglich um beste Bildqualität zu erhalten. Falls Motive still sind (statische Motive) dann lieber ISO 100 (oder ISO 200) und mit Stativ längere Belichtungszeit nehmen. Notfalls offene Blende.

Hohe ISO erzeugen höheres Rauschen und vermindern den Dynamikumfang des Aufnahme-Chips. Ausgefressene Lichter sind kaum wieder zu retten.

22. September 2013