Mein Weg zur Fotografie

Mit der Fotografie habe ich mich in den jungen Jahren beschäftigt aber nie richtig mit den Einstellungen wie Blende, Zeit und ISO befasst. Dazu war auch das Ausprobieren bei der analogen Fotografie mehr schlecht als recht. Oft weiß man nach dem Abholden der Bilder nicht mehr, welche Einstellung bei der Aufnahme war. Warum war das Bild schlecht und warum verwischt usw.

War die Aufnahme gelungen, freut man sich. War sie dagegen schlecht, keine Ahnung warum. Weiter hatte ich mich nach den Gründen nicht befasst. Während der Ausbildungszeit befasste ich mich nicht mit der Fotografie. Dazu waren andere Dinge interessanter: Computer-Technik.

Erst viele Jahre später, genauer Ende 2000, fing ich mit der Fotografie an. Auf der Suche nach der Kamera entdeckte ich in einer Zeitschrift die Bridgekamera Olympus Camedia 2100 UZ. Sie hatte stolze 2400 DM gekostet. Aber die Kamera hatte viele Möglichkeiten. Trotz nur 2,1 Megapixel und maximal ISO 400. Jedoch war das Objektiv mit einem Brennweitenbereich von 38 bis 380 mm (analog zum Kleinbild) und mit einer Lichtstärke von 2,8 bis 3,5 beachtlich.

Bild oben: Auf der Bahnhofsbrücke in Kiel am Sommermorgen mit Blick auf die Förde

Ich fing an zu fotografieren und ziele auf alles was an Motiven zu finden gibt. Mal gut mal weniger gut und die Bildergebnisse konnte man gleich nach dem Druck auf dem Auslöser ansehen. Neu war auch für mich die Bildinformationen über die Kameraeinstellungen wie Blende, Zeit, Brennweite und ISO. Das Interesse zur Fotografie stieg. Jede freie Minute wird fotografiert. Mal draußen oder drinnen.

Gut über vier Jahre lang begleitete die Kamera mich. Langsam stieg auch der Anspruch und ich stellte auch immer mehr fest, dass ich mit der Kamera an die Grenzen stoße: Kaum Freistellung und die begrenzte ISO-Fähigkeit.

Der Ausschau nach einer DSLR kam. Nur welche? Canon? Nikon? Sony? Oder doch bei Olympus bleiben. Immer wieder recherchierte ich im Internet nach der Kamera. Im Jahre 2003 kam die Olympus E-1 und fand über diese Kamera erst 2005. Sie wurde gelobt, aber auch von den anderen als veraltet betrachtet.

Jedoch war mir der Kit-Preis der Olympus E-1 von 2500 Euro zu teuer. Daraufhin entschied ich mich für die im Ende des Jahres 2004 herausgebrachte Olympus E-300, eine Kamera mit 8 Megapixel. Endlich eine vernünftige Kamera mit Wechselobjektiv. Meine fotografischen Möglichkeiten wurden erweitert. Angefangen mit einem Kitobjektiv, Zuiko Digital 14-45/3,5-5,6 und später kam das Telezoom Zuiko 40-150/3,5-4,5 dazu.

Und endlich kann man mit der Kamera mehr machen, bessere Bilder machen usw. Denkste! Es war eine Umstellung. Was mir mit der Bridge 2100 UZ gut gelang, fiel ich mit der Bildqualität mit der DSLR weitgehend zurück. Bilder wurden nicht schärfer, nur leicht verwackelt. Aber das ließ mir nicht den Mut nehmen und suche nach den Gründen. Nach dem Motto: Denn wer sucht und rumprobiert, lernt was dazu.

Nur wie lernen? Fotoschule in einer Volkshochschule? Nicht möglich! Da höre ich zu schlecht und würde den Dozenten nur Bruchstücke verstehen. Aber wozu gibt es das Internet? Suchen und suchen und da wurde ich fündig: www.oly-e.de. Ein Fotoforum nur für Nutzer der Olympus-Kamera.

Erst mal als stiller Mitleser lerne ich alles, was man richtig machen könnte. Ich stellte auch fest, dass ich nicht der einzige bin, die zu dumm anstellten. Also begebe ich mich mit dem Lernen und lese alles, was man über Einstellungen wissen muss.

Die ersten Lernschritte trugen Früchte und die Bilder wurden besser und in der Schärfe ebenso besser. Manchmal gibt es jedoch Ausschüsse. Aber das passierten auch anderen geübten Fotografen.

Aber sind schärfere Bilder auch interessanter? Manchmal ist es oft so, dass das Bild auf den Betrachter selbst nicht wirkt und uninteressant ist. Richtige Kamera-Einstellung ist das eine, gute Bildkomposition das andere. Gerade das Fotografieren gehört zu den schwersten. Wie bringt man den mit den Augen eingefangenen Eindruck gut auf das Bild und zwar mit der Kamera. Also weiter Lernen über Perspektive, Bildwirkungen und Kompostion. Zum Glück gibt es im Forum die Rubrik Bildkritik.

Es folgen Lehrjahre. Nun fasste ich den mutigen Schritt und füge ein Bild ins Internet. Wie kommt mein Bild bei den anderen an? Kritiken, die einem weiterhelfen, waren oft die aufschlussreichsten. Lobhudeleien mit wenigen Wörtern klingen schön, aber das hilft wenig.

Es folgen neue Objektive wie Makro und Weitwinkel und weiteres Zubehör wie Aufsteckblitz. Es kommen neue fotografische Bereiche hinzu wie Stil-Leben und Makro. Ein Stativ kam später dazu. Im Jahre 2006 kam die begehrte E-1 hinzu und später weitere Objektive dazu. 2009 die E-3 und die Traumobjektive Zuiko 7-14/4,0 und das Zuiko 35-100/2,0. Zurzeit bin ich gut ausgestattet.

Meine fotografischen Schwerpunkte sind Landschaftsaufnahmen, oft in den frühen Morgenstunden mit bezaubernden Morgenlichter. Auch Stadtaufnahmen mit wenig Licht, meist Morgenstunden und Makroaufnahmen. Meine Spezialität sind HDR-Technik. Ab und zu sind auch Sportaufnahmen dabei. Später werde ich mich in die Portrait-Fotografie hineinwagen.

Fotografie ist ein schönes Hobby, wenn auch nicht billig. Es bietet tausend Facetten und man entdeckt immer neue Wege, um Bilder einzufangen.

20. September 2013